Wohnmobil mieten in Australien: Kosten, Regeln, Anbieter
Wohnmobil mieten in Australien: was Excess und Tagespreis wirklich kosten, welcher Führerschein zählt - und warum die Versicherung auf unbefestigten Straßen erlischt. Stand August 2026.

Inhalt
- Kurz vorweg
- Die Versicherungsfalle: Wenn der Vertrag alles aufhebt
- Fahrzeugklassen in Australien
- Preisstruktur: Tagespreis, Relocation, Sprit
- Versicherung, Selbstbeteiligung und die 2WD/4WD-Entscheidung
- Führerschein und Internationaler Führerschein
- Frei campen: Bundesstaat für Bundesstaat
- Beste Reisezeit: Der Süden hat einen Sommer, der Norden zwei Jahreszeiten
- Fähren und Park-Pässe
- Anbieter in Australien
- Ehrliches Urteil
- Quellen und Stand
- Häufige Fragen
- Vor der Buchung
- Quellen
Kurz vorweg
Bei einer australischen Wohnmobilmiete setzt sich der Preis aus Tagesrate, Einweg- oder Relocation-Modell sowie der gewählten Versicherungsstufe mit Selbstbeteiligung zusammen.
Wie diese Kostenblöcke grundsätzlich funktionieren, erkläre ich unter So viel kostet ein Wohnmobil wirklich - Mietkosten verstehen; die Einordnung weiterer Reiseziele steht unter Alle Länder im Überblick.
Für Australien prüfe ich vor der Buchung zuerst die Route, dann die Fahrzeugklasse und erst danach den vermeintlich günstigen Tagespreis. Die Checkliste weiter unten folgt genau dieser Reihenfolge.
Der Grund ist einfach: In Australien gibt es für Mietfahrzeuge keine obligatorische Haftpflichtversicherung, und der Mietvertrag entscheidet selbst, auf welchen Straßen das Fahrzeug gefahren werden darf.
Die Versicherungsfalle: Wenn der Vertrag alles aufhebt
Eine unbefestigte Straße ist bei einem australischen Mietcamper nicht bloß ein höheres Fahrtrisiko. Sie kann den gesamten Versicherungsschutz aufheben.
Standardbedingungen der Vermieter schließen Fahrten auf unbefestigten Straßen und Stränden aus, sofern es sich nicht um ein geeignetes 4WD-Fahrzeug handelt und die konkrete Strecke auf der Freigabeliste dieses Vermieters steht.
Laut Britz-AGB trägt der Mieter bei einem Verstoß alle Kosten für Schaden, Rückholung und Abschleppen selbst. Das ist eine Vertragsklausel, keine allgemeine australische Straßenregel.
In einem Gespräch aus meiner Zeit in der Fahrzeugüberführung fragte mich ein Kollege, ob ein 2WD für eine Route entlang der Küste reiche: Die Strecke sei schließlich “praktisch komplett geteert”. Genau diese Formulierung hilft im Schadenfall nicht. “Praktisch geteert” ist keine Vertragskategorie. Entweder liegt die Straße innerhalb der Freigabe oder die Reifen verlassen den erlaubten Bereich.
Australien darf dabei nicht mit Wohnmobil mieten in Neuseeland: wenn das Zertifikat entscheidet, wo du stehen darfst vermischt werden. Dort bestimmt eine behördlich datierte Zertifizierung einen anderen Teil der Reise. In Australien entscheidet beim Befahren unbefestigter Strecken die Vereinbarung mit dem Vermieter.
Fahrzeugklassen in Australien
Das übliche Angebot beginnt bei ausgebauten Vans in der Größenordnung eines HiAce oder Sprinter. Darüber folgen kleine aufgebaute Camper sowie Fahrzeuge mit zwei bis vier Schlafplätzen in Budget-, Mittelklasse- und Premiumausführung. Fast alle bleiben unter 3.500 kg, sodass die deutsche Klasse B gewichtsmäßig regelmäßig ausreicht.
Die Anerkennung des Führerscheins im jeweiligen Bundesstaat ist davon getrennt zu prüfen.
Für reine Asphaltstrecken an der Ostküste reicht meist ein 2WD-Camper. Bei Routen über die Gibb River Road, nach Cape York oder in andere abgelegene Gebiete kommt das australische 4WD-Segment ins Spiel. Dazu gehören Angebote von RedSands, Adventure Rentals, Britz 4WD und Apollo 4WD.
Belastbare einheitliche Tagespreise lassen sich daraus nicht ableiten; die Tarife schwanken nach Saison, Strecke und Fahrzeug. Im August 2026 liegen 4WD-Angebote nach den verfügbaren Tarifangaben regelmäßig oberhalb der normalen Mittelklasse und können das Premiumsegment erreichen.
Die 4WD-Klasse existiert hier nicht nur wegen Bodenfreiheit oder Traktion. Sie ist die praktische Folge der Vertragsregel: Ein 2WD kann eine landschaftlich machbare Strecke trotzdem nicht versichert befahren.
Preisstruktur: Tagespreis, Relocation, Sprit
Für August 2026 lassen sich die Tagesraten nur als Orientierung angeben. Im Budgetbereich liegen 2-Berth-Camper etwa bei AUD 30-100 pro Tag. Als Beispiele dienen Jucy, Travellers Autobarn und Wicked.
Zur Mittelklasse mit ungefähr AUD 100-180 gehören Apollo HiTop, Mighty Deuce und Britz Venturer. Maui Cascade, Britz Discovery und Star RV Pegasus liegen im Premiumbereich häufig bei etwa AUD 180-350 oder darüber. Saison, Mietdauer und Abholort können das Ergebnis verschieben.
| Klasse | Tagespreis, Stand August 2026 | Beispiel-Anbieter |
|---|---|---|
| Budget, 2 Schlafplätze | etwa AUD 30-100 pro Tag | Jucy, Travellers Autobarn, Wicked |
| Mittelklasse, 2-4 Schlafplätze | etwa AUD 100-180 pro Tag | Apollo HiTop, Mighty Deuce, Britz Venturer |
| Premium | etwa AUD 180-350 oder mehr pro Tag | Maui Cascade, Britz Discovery, Star RV Pegasus |
| 4WD-Camper | meist oberhalb der Mittelklasse, teils im Premiumbereich | RedSands, Adventure Rentals, Britz 4WD, Apollo 4WD |
Bei einer normalen Einwegmiete kommen nach den verfügbaren Tarifkarten ungefähr AUD 70-90 für eine kurze Küstenetappe, AUD 350-450 für eine Rückgabe in einer anderen Stadt und AUD 1.000-1.200 für eine Strecke wie Melbourne-Perth infrage.
Diese Werte sind keine zugesagten Tarife.
Ein Relocation-Deal funktioniert anders. Der Vermieter muss ein Fahrzeug zu einem festgelegten Termin an einen anderen Standort bringen und gibt die Fahrt deshalb stark vergünstigt ab. Über Imoova finden sich Angebote ab etwa AUD 1 pro Tag. Dafür sind Strecke und Zeitplan eng vorgegeben.
Wer drei zusätzliche Tage am Strand einplanen möchte, hat bei einer solchen Überführung meist das falsche Produkt gewählt.
Kraftstoff gehört von Anfang an in die Rechnung. Als grobe Kalkulationswerte für 2026 eignen sich AUD 1,60-2,20 pro Liter und 10-14 Liter je 100 km. Sydney-Perth umfasst rund 4.000 km.
Für Sydney-Cairns mit 2.500 km ergeben sich ungefähr AUD 350-500 Kraftstoffkosten, für Perth-Broome mit 2.200 km etwa AUD 310-440.
Im Northern Territory und in abgelegenen Teilen von Western Australia können zwischen Tankstellen 320-400 km liegen. Ich würde dort spätestens unterhalb eines halben Tanks auffüllen. Der niedrigere Preis an der nächsten Station nützt nichts, wenn sie außerhalb der Reichweite liegt.
Versicherung, Selbstbeteiligung und die 2WD/4WD-Entscheidung
Die entscheidende Passage lautet laut Britz-AGB:
“Fahrten auf nicht geteerten Straßen bzw. in nicht erlaubte Gegenden sind verboten. Zuwiderhandlungen erfolgen auf eigenes Risiko, alle Kosten bei Schäden, für Rückholung oder das Abschleppen des Fahrzeugs, infolge einer Autopanne oder eines Verkehrsunfalls trägt der Mieter und sind durch keine Versicherung gedeckt.”
Das ist eindeutig. Auf einer ausgeschlossenen Strecke reduziert sich der Schutz nicht nur; laut Klausel besteht für diese Kosten keine Versicherungsdeckung.
Als Richtwerte für August 2026 werden bei Britz ungefähr AUD 7.500 Standard-Selbstbeteiligung, AUD 5.000 für HiTop oder Voyager und AUD 8.000 für einen 4WD-Camper genannt. Diese Beträge sollten vor Vertragsschluss in der aktuellen Tarifkarte bestätigt werden. Pakete zur Reduzierung des Excess sind erhältlich, belastbare Tagespreise dafür liegen dieser Prüfung jedoch nicht vor.
Eine obligatorische Haftpflichtversicherung für Mietfahrzeuge besteht in Australien nicht. Bei einem Unfall mit einem nicht versicherten Fahrer oder bei Fahrerflucht kann der Mieter deshalb bis zur vereinbarten Selbstbeteiligung haften. Die Fahrzeuge verfügen laut den Vertragsangaben über Ortungsgeräte.
Wer eine ausgeschlossene Strecke befährt, sollte also nicht damit rechnen, dass der Abstecher unbemerkt bleibt.
2WD oder 4WD: die Entscheidung
| Merkmal | 2WD | 4WD |
|---|---|---|
| Erlaubte Straßen | Nur geteerte Straßen und gut ausgebaute Campingplatz-Zufahrten bis 12 km | Zusätzlich unbefestigte Straßen, die der Vermieter ausdrücklich freigegeben hat |
| Beispielrouten | Ostküste Sydney-Cairns auf geteerten Straßen | Gibb River Road, Cape York und Birdsville Track, jeweils nur mit vorheriger Freigabe |
| Versicherungsschutz | Abseits der erlaubten Zufahrten erlischt er laut Britz-AGB | Auf den aktuell freigegebenen Strecken bleibt er nach Maßgabe des Vertrags bestehen |
| Genehmigung nötig | Nicht bei durchgehend geteerter Route; Inselzugänge benötigen vorherige Zustimmung | Ja, die konkrete Streckenliste muss vorab geprüft werden |
Für 4WD-Fahrzeuge nennt die Britz-Liste unter anderem Gibb River Road, Kalumburu Road, Mitchell Falls Plateau, Bungle Bungles, Birdsville Track, Oodnadatta Track, Strzelecki Track und Tanami Track. Ebenfalls aufgeführt sind Gunbarrel Highway, Cape York nördlich von Laura beziehungsweise Cooktown, Arnhem Land, Simpson Desert, Bloomfield Track, Plenty Highway und Burke Developmental Road.
Eine solche Aufzählung ist keine allgemeine Freigabe für jedes 4WD-Fahrzeug. Maßgeblich bleibt die aktuelle Liste des tatsächlich gewählten Vermieters.
2WD oder 4WD? Der Routen-Check
- Führt die Route ausschließlich über geteerte Straßen und gut ausgebaute Campingplatz-Zufahrten bis höchstens 12 km? Dann reicht ein 2WD im Rahmen der Vertragsregeln. Bei Inselzugängen ist trotzdem vorher die Zustimmung des Vermieters einzuholen.
- Enthält die Route eine unbefestigte Strecke, die auf der aktuellen Freigabeliste steht? Dann einen 4WD buchen und die Freigabe vorab schriftlich bestätigen lassen, etwa für die Gibb River Road.
- Fehlt die geplante Strecke auf der Freigabeliste? Route ändern oder den Abschnitt streichen. Andernfalls erlischt die Versicherungsdeckung laut Britz-AGB vollständig.
- Ist die Freigabe unklar oder stammt die Liste aus einer älteren Quelle? Unmittelbar vor der Abfahrt erneut beim Vermieter nachfragen. Eine Freigabe eines anderen Anbieters zählt nicht.
Vor der Australien-Fahrt: Checkliste
- Route abgleichen: Jede geplante Straße mit der aktuellen Freigabeliste des Vermieters vergleichen, bevor 2WD oder 4WD gebucht wird.
- Excess prüfen: Höhe der Selbstbeteiligung und verfügbare Reduktionspakete für genau die gewählte Fahrzeugklasse schriftlich festhalten.
- Führerschein klären: Anforderungen des jeweiligen Bundesstaats kontrollieren; im Northern Territory ist der Internationale Führerschein Pflicht.
- Jahreszeit abgleichen: Reisedaten für Top End, Kimberley oder Cairns mit Regen- und Trockenzeit vergleichen.
- Zugänge buchen: K’gari-Fähre, Fahrzeug- und Campinggenehmigungen sowie gegebenenfalls den Uluru-Pass vorab organisieren.
- Übernachtungen planen: In Queensland und anderen streng geregelten Regionen nicht darauf setzen, spontan außerhalb erlaubter Plätze im Fahrzeug zu schlafen.
Führerschein und Internationaler Führerschein
Im Northern Territory ist der Internationale Führerschein Pflicht. In den meisten anderen Bundesstaaten wird entweder eine beglaubigte Übersetzung des deutschen Führerscheins oder ein Internationaler Führerschein akzeptiert. Der deutsche Internationale Führerschein ist dabei kein eigenständiger Führerschein; er ersetzt nur die Übersetzung und muss zusammen mit dem nationalen Dokument vorgelegt werden.
Das Auswärtige Amt beschreibt diese Grundform der Anforderungen ebenfalls in seinen Reisehinweisen.
Das Mindestalter für Mietcamper liegt je nach Anbieter meist bei 21 Jahren. Jüngere Fahrer oder einzelne Fahrzeugklassen können abweichenden Bedingungen unterliegen. Gefahren wird links.
Die Begriffe Klasse B und 3.500-kg-Grenze ordne ich im Beitrag Welcher Führerschein für welches Wohnmobil ein. Hier zählt zusätzlich, ob der australische Bundesstaat das deutsche Dokument, eine Übersetzung oder den IDP verlangt.
Frei campen: Bundesstaat für Bundesstaat
Australien kennt kein landesweites Recht auf freies Campen. Jeder Bundesstaat und oft auch die örtliche Verwaltung setzt eigene Regeln. Ein zentrales Register nach neuseeländischem Muster gibt es nicht.
Queensland und New South Wales gehen besonders streng vor. In Queensland ist das Schlafen in einem Fahrzeug außerhalb erlaubter Bereiche untersagt; illegales Campen wird kontrolliert und kann ein sofortiges Bußgeld auslösen. Bei Verstößen in Nationalparks können höhere Sanktionen folgen.
Eine verlässlich bestätigte Höhe des sofortigen Bußgelds liegt für diese Prüfung nicht vor. Vor der Übernachtung sollte deshalb die aktuelle Auskunft des Queensland Government maßgeblich sein, nicht eine Zahl aus einem älteren Reisebericht.
Für Nationalparks in Queensland ist regelmäßig eine Online-Genehmigung nötig. Als vorsichtiger Richtwert werden im August 2026 etwa AUD 7,50 pro Person und Nacht genannt. Auch diesen Betrag würde ich vor der Buchung prüfen.
Victoria erlaubt in Staatswäldern bis zu 28 kostenlose Nächte, wobei mindestens 20 m Abstand zu einem Gewässer einzuhalten sind. Viele Rastplätze in Australien begrenzen den Aufenthalt auf 24 Stunden. Das Schild am konkreten Platz zählt.
Eine freie Fläche neben einer Straße ist nicht automatisch ein legaler Übernachtungsplatz.
Beste Reisezeit: Der Süden hat einen Sommer, der Norden zwei Jahreszeiten
Sydney, Melbourne und Tasmanien folgen der bekannten Umkehrung der Jahreszeiten auf der Südhalbkugel: Der klassische Sommer liegt von Dezember bis Februar.
Für den tropischen Norden reicht diese Einteilung nicht. Top End mit Darwin und Kakadu, Kimberley sowie Cairns haben eine Regenzeit von November bis April und eine Trockenzeit von Mai bis Oktober. In der Regenzeit drohen Starkregen, Überschwemmungen und Zyklone; von Dezember bis März kommen an den tropischen Küsten Würfelquallen hinzu.
Die Trockenzeit von Mai bis Oktober ist das verlässlichere Reisefenster.
Die Gibb River Road ist typischerweise von Mai bis Oktober passierbar. Überschwemmungen können die Öffnung jedoch verschieben. Eine Buchung auf Grundlage eines festen Kalenderdatums wäre mir zu riskant (gerade bei engem Relocation-Zeitplan). Unmittelbar vor der Abfahrt muss der aktuelle Straßenstatus in Western Australia geprüft werden.
Wer Süden und Norden in einer Reise verbindet, plant damit zwei unabhängige Saisonachsen. Ein guter Monat für Melbourne ist nicht automatisch ein guter Monat für das Kimberley.
Fähren und Park-Pässe
K’gari, früher Fraser Island, ist nur mit 4WD zugänglich und hat keine geteerten Straßen. Fahrzeugfähren fahren von Hervey Bay mit ungefähr 45 Minuten Fahrzeit sowie von Rainbow Beach beziehungsweise Inskip Point mit ungefähr 10 Minuten Fahrzeit. Als vorsichtiger Richtwert für August 2026 gelten etwa AUD 140 für die Rückfahrt mit bis zu vier Erwachsenen im eigenen Fahrzeug.
Der aktuelle Tarif ist vor der Buchung beim Fähranbieter zu bestätigen.
Fahrzeugzugang und Camping auf K’gari erfordern vorherige Genehmigungen. Die Buchung der Fähre ersetzt diese nicht.
Für den Uluru-Kata Tjuta National Park liegt der Eintritt im August 2026 ungefähr bei AUD 38 pro Erwachsenen für drei Tage. Parks Australia veröffentlicht den aktuellen Tarif. Viele andere Parks verlangen keinen Eintritt, doch die Systeme der Bundesstaaten und des Bundes sind voneinander getrennt.
Anbieter in Australien
Apollo deckt Mittelklasse und 4WD-Angebote ab. Britz liegt vor allem in der Mittel- bis Premiumklasse und führt ebenfalls 4WD-Camper. Maui und Star RV bedienen das Premiumsegment.
Jucy, Cheapa Campa, Mighty, Travellers Autobarn, Hippie Camper, GoCheap, Indy Campers und Camper Village sind überwiegend im Budget- oder mittleren Bereich einzuordnen. Cruisin bietet klassische Mietcamper verschiedener Größen an.
RedSands und Adventure Rentals konzentrieren sich auf 4WD-Fahrzeuge für abgelegenere Routen. Camplify vermittelt Fahrzeuge von privaten Anbietern. Imoova ist kein normaler Vermieter, sondern ein Marktplatz für zeitlich und räumlich festgelegte Relocation-Fahrten.
Ehrliches Urteil
Für Australien wurde in der zugrunde liegenden Recherche kein eigenes Miet- oder Nachfragevolumen ausgewiesen.
Ich begründe die Seite deshalb nicht mit einer angenommenen Zahl, sondern mit drei nachprüfbaren Unterschieden: der vollständigen Aufhebung des Versicherungsschutzes auf ausgeschlossenen Strecken laut Britz-AGB samt konkreter Straßenliste, den Regeln zum Übernachten je Bundesstaat und der Kombination aus großen Entfernungen und nordaustralischer Regenzeit.
Der Abschnitt zur Versicherungsfalle ist der Kern dieser Entscheidungshilfe. Er erfüllt für Australien die Funktion, die bei Neuseeland der Nachweis über die zulässige Fahrzeugnutzung übernimmt: Ein übersehener formaler Mechanismus verändert die mögliche Route.
Für die weitere Planung helfen die Länderbeiträge Wohnmobil mieten in den USA: Meilenpaket und Kreditkarten-Ausschluss und Wohnmobil mieten in Kanada: die kurze Saison und die Einweggebühr.
Die vollständige Einordnung steht unter Zurück zur Länderübersicht.
Quellen und Stand
Geprüft wurden die Britz-AGB, die Mechanismen für Park-Pässe und Fähren sowie die Form der Führerscheinanforderungen; offen bleiben die exakten Tarife, Excess- und Gebührenwerte für 2026, die konkrete Bußgeldhöhe in Queensland und das genaue Wiedereröffnungsdatum der Gibb River Road.
Häufige Fragen
Darf ich mit einem 2WD-Camper die Gibb River Road oder andere unbefestigte Strecken fahren?
Nein. Ein 2WD-Camper ist laut Britz-AGB nur auf geteerten Straßen und gut ausgebauten Campingplatz-Zufahrten bis höchstens 12 km versichert. Für die Gibb River Road braucht es einen geeigneten 4WD und die ausdrückliche Freigabe des konkreten Vermieters.
Was passiert, wenn ich trotzdem auf einer nicht freigegebenen Straße fahre?
Laut Britz-AGB trägt der Mieter sämtliche Kosten für Schäden, Rückholung oder Abschleppen selbst. Für diese Kosten besteht keine Versicherungsdeckung; hinzu kommt, dass Australien keine obligatorische Haftpflichtversicherung für Mietfahrzeuge kennt.
Wie hoch ist die Selbstbeteiligung (Excess) in Australien?
Bei Britz liegt der Richtwert im August 2026 je nach Fahrzeug ungefähr zwischen AUD 5.000 und AUD 8.000. Reduktionspakete sind meist buchbar, ihre Tagespreise müssen aber im aktuellen Angebot des Vermieters geprüft werden.
Wann ist die beste Reisezeit für den Norden und wann für den Süden Australiens?
Für Darwin, Kimberley und Cairns ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober das sicherere Reisefenster; von November bis April herrscht Regenzeit mit Überschwemmungs- und Zyklonrisiko. Sydney, Melbourne und Tasmanien folgen davon unabhängig dem klassischen Südsommer von Dezember bis Februar.
Was ist ein Relocation-Deal, und lohnt er sich?
Ein Relocation-Deal ist eine stark reduzierte Einwegmiete, bei der ein Fahrzeug zu einem festen Termin an einen bestimmten Standort überführt wird. Angebote beginnen teils bei etwa AUD 1 pro Tag und können sich für zeitlich flexible Reisende lohnen, lassen aber wenig Spielraum für Umwege oder zusätzliche Nächte.
Darf ich in Australien frei campen?
Das hängt vom Bundesstaat und vom konkreten Ort ab. Queensland und New South Wales regeln das Übernachten streng, während Victoria in Staatswäldern bis zu 28 kostenlose Nächte erlaubt. Eine bestätigte konkrete Bußgeldhöhe für illegales Campen in Queensland liegt hier nicht vor.
Brauche ich einen Internationalen Führerschein für Australien?
Im Northern Territory ist der Internationale Führerschein Pflicht. In den meisten anderen Bundesstaaten genügt eine beglaubigte Übersetzung oder ein IDP. Der IDP ersetzt niemals den deutschen Führerschein selbst.
Vor der Buchung
Aktuelle Tagesrate und Selbstbeteiligung direkt beim Anbieter bestätigen, dessen derzeitige Straßenliste prüfen und K’gari-Fähre, Genehmigungen sowie nötige Campingplätze in Queensland vorab reservieren.
Ein Vergleichslink kann vergütet sein; die Vertragsprüfung bleibt davon unabhängig.
Quellen
- Britz Australia, AGB: Ausschluss des Versicherungsschutzes, Regeln für 2WD und 4WD, freigegebene Straßen sowie Richtwerte zur Selbstbeteiligung, geprüft am 7. August 2026.
- Parks Australia: System und Richtwert des Eintrittspasses für den Uluru-Kata Tjuta National Park, geprüft am 7. August 2026.
- Queensland Government: Hinweise zu Campinggenehmigungen und zum Verbot nicht erlaubter Fahrzeugübernachtungen; keine Bestätigung einer konkreten sofortigen Bußgeldhöhe.
- Tarifkarten der genannten Vermieter und Imoova: Orientierungswerte zu Tagesraten, Einweggebühren und Relocation-Angeboten, Stand August 2026.
- Auswärtiges Amt: Hinweise zur Verwendung des deutschen Führerscheins, einer beglaubigten Übersetzung und des Internationalen Führerscheins in Australien, geprüft am 7. August 2026.
Dieser Beitrag erläutert Mietbedingungen und behördliche Vorgaben nach dem Prüfstand vom 7. August 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Preise, Selbstbeteiligungen, Straßenfreigaben, Parkgebühren und Campingregeln können sich kurzfristig ändern. Maßgeblich sind der unterschriebene Mietvertrag, die aktuelle Freigabeliste des Vermieters sowie die Hinweise der zuständigen australischen Behörden. Vor einer Fahrt auf unbefestigten Straßen oder in abgelegene Gebiete sollten Route, Versicherungsschutz und Genehmigungen schriftlich bestätigt werden.