Stellplatz Kosten pro Nacht: Preise im Vergleich
Was eine Nacht im Wohnmobil kostet: Stellplatz, Campingplatz, Raststätte und Bauernhof im Vergleich, mit Strom, Kurtaxe, Anmeldung und dem echten Gesamtpreis.

Inhalt
- Die Platzarten als Rechtskategorien
- Ab wann ein Stellplatz ein Campingplatz ist
- Raststätte, Rastplatz, Autohof: der Punkt, an dem die Quellen sich widersprechen
- Supermarktparkplatz, Bauernhof, eigenes Grundstück
- Was eine nacht wirklich kostet
- Kurtaxe und andere Abgaben pro Person
- Anmeldung an der Schranke: was gefragt wird und warum
- Plätze finden: Verzeichnisse, Führer und Apps
- Eine Nacht durchgerechnet
- Häufige Fragen
- Rechnen Sie die Nacht vorher durch
- Quellen
Stellplatz, Campingplatz, Raststätte und Bauernhof sind zuerst Rechtskategorien und erst danach Produkte: sie unterscheiden sich darin, wer den Aufenthalt überhaupt erlaubt, was Sie draußen aufstellen dürfen, was im Preis steckt und was zusätzlich geschuldet wird.
Die ausgeschriebene Standgebühr ist nie der Gesamtpreis - Strom, Wasser, Dusche, Entsorgung und Abgaben pro Person laufen daneben.
Was auf öffentlichen Flächen ohne Betreiber gilt, steht hier nicht: dafür gibt es Was auf öffentlichen Flächen erlaubt ist und was nicht, und für Bußgelder und Schutzgebietsrecht Was die Nacht außerhalb offizieller Plätze riskiert.
Diese Seite gehört den Platzarten und der Rechnung.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Bau-, Melde- und Kommunalabgabenrecht sind in Deutschland Ländersache und ändern sich; für Ihren Einzelfall sind die örtliche Satzung, die ausgehängte Platzordnung und im Zweifel eine anwaltliche Prüfung maßgeblich.
Preishinweis: Jede Zahl in diesem Artikel trägt ihren Ort und ihr Datum. Ein nationaler Durchschnittspreis pro Nacht steht hier nicht, weil die vorliegenden Quellen sich widersprechen. Stellplatzpreise sind ab dem Tag der Veröffentlichung veraltet, und ein erheblicher Teil kommunaler Plätze schließt zwischen November und März oder stellt das Wasser ab.
Die Platzarten als Rechtskategorien
Neun Jahre habe ich Fahrzeuge zwischen Depots überführt und dabei auf allen diesen Platzarten geschlafen, nicht aus Reiselust, sondern weil die Lenkzeit vorbei war.
Der Unterschied, der mich am meisten gekostet hat, ist auch der, den man online am schlechtesten sieht: Auf einem Wohnmobilstellplatz ist genau das Verhalten das normale Produkt, das auf einer öffentlichen Straße unzulässig wäre.
Stühle raus, Markise auf, Tisch daneben. Die Erlaubnis kommt hier nicht aus der Straßenverkehrsordnung, sondern vom Betreiber und aus der ausgehängten Platzordnung.
Deshalb lohnt der Blick auf die Spalte “wer erlaubt den Aufenthalt”. Sie erklärt, warum auf dem Campingplatz das Vorzelt selbstverständlich ist, auf dem Handelsparkplatz dagegen niemand etwas erlaubt hat, solange nicht jemand vom Betreiber es tut.
| Platzart | Wer erlaubt den Aufenthalt | Schlafen erlaubt? | Campingtypisches Verhalten (Stühle, Markise)? | Ausstattung | Pflichten | Typische Kosten pro Nacht | Quelle und Datum |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wohnmobilstellplatz (kommunal oder privat) | Betreiber über Platzordnung, kommunale Plätze zusätzlich über Satzung | Ja, das ist der Zweck | Ja, soweit die Platzordnung es zulässt | Ver- und Entsorgung, Strom meist gegen Gebühr, oft keine Sanitärgebäude | Anmeldung meist am Automaten, Kurtaxe wo satzungspflichtig, Nachtruhe | Beispiel Bad Steben: 13,50 € plus 3,40 € Kurtaxe pro Person und Tag, gültig ab 01.01.2026; Hamburg bis 35 € (dpa/DIE ZEIT, 07.07.2026) | Therme Bad Steben, Stand 01.01.2026; dpa/DIE ZEIT 07.07.2026 |
| Campingplatz | Betreiber, auf Grundlage einer Baugenehmigung für eine bauliche Anlage | Ja | Ja, Parzelle ist dafür gedacht | Sanitärgebäude, Duschen, Strom, Entsorgung, teils Gastronomie | Anmeldung an der Rezeption, Kurtaxe, Platzordnung, kein Dauerwohnen | ADAC/PiNCAMP-Warenkorb 2026: rund 41 € bundesweit, rund 39 € in Schleswig-Holstein (NDR, 2026) | PiNCAMP (ADAC); NDR 2026; LfL Bayern zu BayBO |
| Rastplatz, bewirtschaftete Raststätte, Autohof | Umstritten. Position A: grundsätzlich erlaubt, soweit die Beschilderung nichts anderes sagt, reine Pkw-Buchten ausgenommen, Lkw-Buchten ab 7,5 t reserviert (NDR). Position B: eine Fachhandelsquelle behauptet das Gegenteil | Umstritten, siehe oben. Diese Seite entscheidet die Frage nicht | Nein. Übernachten ist nicht Campieren, und darüber sind sich beide Positionen einig | Toiletten, teils Duschen an Raststätten, keine Ver- und Entsorgung für Wohnmobile | Beschilderung beachten; ab etwa 20:00 Uhr faktisch von Lkw belegt | Keine belastbare Angabe. Zu Gebühren für Wohnmobile an Autobahnanlagen liegt hier keine Quelle vor | NDR, Stand 2026, bestritten von wolters-reisemobile.de |
| Supermarkt- und Handelsparkplatz | Nur der Eigentümer oder Betreiber. Ohne Einverständnis kommt Hausfriedensbruch in Betracht | Nur mit Einverständnis | Nein | Keine | Einverständnis einholen, Beschilderung beachten | Meist unentgeltlich, aber ohne gesicherte Erlaubnis | promobil, Stand 2026 |
| Privatgrund und Gastgebernetzwerke (Bauernhof, Winzer) | Der Eigentümer, und zusätzlich das Baurecht des Landes | Mit Einverständnis ja | Nach Absprache | Sehr unterschiedlich, oft Strom und Wasser, selten Entsorgung | Einverständnis, örtliches Baurecht, in Bayern keine dauernde Nutzung durch denselben Nutzer | Keine aktuellen Konditionen eines namentlichen Netzwerks liegen hier vor | LfL Bayern (Bekanntmachung 2021); promobil 2026 |
Zur Nachtruhe hält sich die Branche überwiegend an 22:00 bis 06:00 Uhr, das ist Konvention und kein bundesweiter Rechtssatz. Einzelne Hausordnungen weichen ab: der Platz in Bad Karlshafen setzt 22:00 bis 07:00 Uhr an. Wer um 21:40 Uhr an der Schranke steht, hat also je nach Platz zwanzig Minuten oder eine Stunde Zeit, sich einzurichten.
Ab wann ein Stellplatz ein Campingplatz ist
Die Schwelle steht in keinem Verbraucherratgeber, obwohl sie erklärt, warum ein Bauernhof zwei Fahrzeuge nimmt und nicht zwölf.
In Baden-Württemberg gilt nach der Campingplatzverordnung, erläutert vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen: Ein Platz, der zum Aufstellen oder Bewohnen von mehr als fünf Campingfahrzeugen oder Zelten bestimmt ist, ist ein Campingplatz.
Eine Anlage, die nur Wohnmobile aufnimmt, wird es ab sechs Stellplätzen. Und bis zu zehn Wohnmobile auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz ohne ergänzende Infrastruktur sind ausdrücklich kein Campingplatz.
Das ist die Regel eines Landes. Andere Länder weichen ab, und einen bundesweit gültigen Zahlenwert habe ich nicht gefunden.
| Schwelle | Wert | Instrument | Land | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Campingplatz ab | mehr als fünf Campingfahrzeuge oder Zelte | Campingplatzverordnung | Baden-Württemberg | Andere Länder regeln abweichend |
| Reine Wohnmobilanlage wird Campingplatz ab | sechs Stellplätzen | Campingplatzverordnung | Baden-Württemberg | Andere Länder regeln abweichend |
| Ausdrücklich kein Campingplatz | bis zehn Wohnmobile auf öffentlich zugänglichem Parkplatz ohne ergänzende Infrastruktur | Campingplatzverordnung | Baden-Württemberg | Gilt nur ohne zusätzliche Infrastruktur |
| Campingplatz als bauliche Anlage, Baugenehmigung erforderlich | keine Stückzahl, sondern Genehmigungsweg | BayBO Art. 2 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 | Bayern | Zeigt: die Länder arbeiten mit verschiedenen Instrumenten |
Der Blick über die Landesgrenze macht deutlich, warum eine einzige nationale Antwort nicht existieren kann. Bayern regelt nicht primär über eine Stückzahl, sondern über die Einordnung: Campingplätze sind bauliche Anlagen im Sinne von BayBO Art. 2 Abs. 1 S.
3 Nr. 3 und brauchen eine Baugenehmigung.
Für Stellplätze auf landwirtschaftlichen Betrieben gilt zusätzlich die bayerische Regelung von 2021, nach der solche Plätze im Außenbereich genehmigungsfähig sein können, aber nicht für eine durchgehende Nutzung durch denselben Nutzer.
So beschreibt es die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.
Praktisch heißt das für den Reisenden: Wenn Sie sich fragen, warum ein hübscher Hofplatz nur vier Fahrzeuge annimmt, liegt die Antwort meist nicht an der Wiesengröße.
Raststätte, Rastplatz, Autohof: der Punkt, an dem die Quellen sich widersprechen
Hier muss ich passen, und ich sage das lieber deutlich, als eine Seite zu wählen.
Der NDR schreibt, das Übernachten an Autobahnrastanlagen sei grundsätzlich erlaubt, soweit die Beschilderung nichts anderes vorgibt; reine Pkw-Buchten seien ausgenommen, Lkw-Buchten ab 7,5 t für Lastwagen reserviert.
Eine Fachhandelsquelle, wolters-reisemobile.de, behauptet das Gegenteil.
Beide Positionen stehen hier nebeneinander. Ich habe keine primärrechtliche Quelle vorliegen, die den Widerspruch auflöst, und wer Ihnen eine eindeutige Antwort verkauft, hat sie vermutlich auch nicht.
Über die Frage, wer diese Anlagen betreibt und was dort für Wohnmobile berechnet wird, steht in meinen Unterlagen nichts. Also schreibe ich dazu nichts.
Was die Nacht ohnehin entscheidet, ist eine andere Größe. Rastanlagen füllen sich ab etwa 20:00 Uhr mit Lastwagen, weil die Lenk- und Ruhezeiten die Fahrer dann von der Straße holen. Diese Uhrzeit ist eine Erfahrungsgröße ohne belastbares Datum in meinen Quellen, aber sie deckt sich mit dem, was ich neun Jahre lang selbst gesehen habe.
Für eine späte Ankunft ist die bindende Grenze nicht die Rechtsfrage, sondern der Platz und der Lärm: Kühlaggregate, Standheizungen, Türen, alle halbe Stunde ein Rangiervorgang. Ich habe auf Rastplätzen geschlafen und ich habe es überlebt, aber ausgeruht war ich selten.
Wenn Sie ab 21:00 Uhr noch fahren, ist der ehrlichere Plan meist der Umweg auf einen Stellplatz mit Schranke, die noch offen ist - dazu die Checkliste weiter unten.
Supermarktparkplatz, Bauernhof, eigenes Grundstück
Auf privatem Grund entscheidet der Eigentümer, und zwar auch dann, wenn die Fläche öffentlich zugänglich ist. Ohne sein Einverständnis kommt Hausfriedensbruch in Betracht. Das ist der Teil, den die meisten kennen.
Der Teil, den kaum jemand kennt: Das Einverständnis klärt die anderen Schichten nicht. Nach einer Darstellung von promobil, die sich auf §§ 34/35 BauGB und § 2 BauO NRW stützt, kann ein dauerhaft abgestelltes Fahrzeug baurechtlich wie ein Gebäude behandelt werden. Diese Einordnung habe ich nur in dieser einen Quelle gefunden, deshalb steht sie hier als deren Darstellung und nicht als gesicherte Rechtslage.
Ebenfalls dort, ebenfalls einfach belegt: Hamburg hat mit dem Wohnwagengesetz (WoWagG) eine eigene Obergrenze, genannt wird bis 500 €.
Wiederholte Nutzung derselben Privatfläche durch wechselnde Fahrzeuge kann die Fläche in einen ungenehmigten Campingplatz verwandeln. Wer also den Nachbarn fragt, ob er im Sommer regelmäßig auf dessen Wiese stehen darf, verhandelt womöglich über mehr, als beide meinen.
Für Höfe und Weingüter gibt es Gastgebernetzwerke: Der Betrieb stellt eine begrenzte Zahl von Plätzen bereit, der Gast bucht oder fragt an, das Entgelt ist gering oder es wird ein Einkauf erwartet. So funktioniert das Modell. Aktuelle Konditionen eines namentlichen Netzwerks liegen mir nicht vor, deshalb nenne ich weder Beiträge noch Bedingungen noch einen Anbieter.
Rechtlich relevant ist die bayerische Linie: Solche Plätze können im Außenbereich genehmigungsfähig sein, aber ohne durchgehende Nutzung durch denselben Nutzer (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Bekanntmachung 2021).
Und der Supermarktparkplatz? Ich habe dort gestanden, mehrfach, immer mit gefragtem Einverständnis und immer ohne irgendetwas draußen aufzustellen. Ein “Ja” vom Marktleiter am Freitagabend ist kein “Ja” vom Betreiber der Fläche am Sonntag.
Was eine nacht wirklich kostet
Auf einem Zettel an einem Automaten in Oberfranken steht 13,50 €. Das ist der Preis, den Sie in einer App sehen. Bezahlt haben Sie am nächsten Morgen als Paar 20,30 €, weil zwei Mal 3,40 € Kurtaxe pro Person und Tag dazukommen.
Der Platz an der Therme Bad Steben nennt diese beiden Zahlen selbst, gültig ab 01.01.2026, bei 44 Stellplätzen mit inkludierter Entsorgung.
Das ist der Mechanismus, der wichtiger ist als jede Einzelzahl: Die Standgebühr ist eine Zeile. Strom, Wasser, Dusche, Entsorgung und Abgaben pro Person werden separat gemessen oder separat erhoben, und sie können einen günstigen Platz verdoppeln.
| Position | Wert | Einheit | Ort und Datum | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Standgebühr Stellplatz | 13,50 € | pro Wohnmobil und Nacht | Bad Steben, gültig ab 01.01.2026 | Therme Bad Steben, Preisseite |
| Standgebühr Stellplatz, oberes Ende | bis 35 € | pro Nacht | Hamburg, Stand 07.07.2026 | dpa via DIE ZEIT |
| Campingplatz-Warenkorb | rund 41 € (rund +7 % gegenüber Vorjahr) | pro Nacht | bundesweiter Warenkorb, 2026 | ADAC/PiNCAMP, berichtet vom NDR |
| Campingplatz-Warenkorb | rund 39 € (rund +3 %) | pro Nacht | Schleswig-Holstein, 2026 | NDR, 2026 |
| Strom | 1,00 € | pro kWh | Einzelbeleg aus der Recherche, ohne Ortsangabe. Ein Datenpunkt, keine Spanne | Recherchenotiz |
| Kurtaxe | 3,40 € | pro Person und Tag | Bad Steben, gültig ab 01.01.2026 | Therme Bad Steben |
| Kurtaxe, Beispielspanne | 3,10 bis 3,40 € | pro Person und Nacht | Beispielwerte aus den vorliegenden Satzungen, 2026 | Recherchenotizen, siehe Quellen |
| Entsorgung | im Standpreis enthalten | pro Nacht | Bad Steben, 44 Plätze, ab 01.01.2026 | Therme Bad Steben |
| Preisentwicklung Wohnmobilstellplätze | +32,2 % | 2020 bis 2025 | Deutschland, Mitteilung vom 30.03.2026 | Destatis, Pressemitteilung Nr. N020 |
Eine bundesweite Durchschnittszeile fehlt in dieser Tabelle mit Absicht.
In den Quellen zirkulieren vier miteinander unvereinbare “typische” Stellplatzpreise; CARAVAN.fm nennt, gestützt auf Schätzungen des CIVD und ohne Bezugsdatum, ein durchschnittliches Übernachtungsentgelt von 14 € bei 75 vermieteten Nächten pro Stellplatz und Jahr.
Vier unvereinbare Zahlen zu einer fünften zu verrechnen wäre eine Erfindung, nicht eine Auswertung.
Deshalb steht hier eine Spanne mit Quellenangabe: von rund 14 € als CIVD-gestützter Schätzwert über 13,50 € an einem konkreten bayerischen Kurort bis 35 € in Hamburg und rund 41 € im bundesweiten Campingplatz-Warenkorb 2026.
Zur Größenordnung des Marktes eine Zeile: Die Zahl zugelassener Wohnmobile hat nach KBA-Daten, verbreitet über dpa, die Millionenmarke überschritten - die vorliegenden Meldungen nennen dabei unterschiedliche Werte, weshalb ich hier keinen einzelnen Zahlenwert festschreibe.
Wer eine Stichtagszahl braucht, holt sie beim Kraftfahrt-Bundesamt selbst.
Was Sie sich kaufen können, wenn Sie die Tankgrößen kennen: Frischwasser liegt bei den meisten Fahrzeugen zwischen 70 und 150 Litern, Grauwasser ähnlich, die Kassette bei 17 bis 21 Litern. Für zwei Personen sind das grob zwei bis vier Tage Autonomie - Erfahrungswerte, keine Herstellerangabe. Diese Rechnung entscheidet, ob Sie eine 5-€-Entsorgung heute brauchen oder erst übermorgen.
Preisschild am Automaten, kommentiert
So sieht ein typischer Automatenaushang aus, wenn man ihn zerlegt. Die Werte sind die aus Bad Steben, gültig ab 01.01.2026:
Wohnmobilstellplatz - Tarif (Bad Steben, gültig ab 01.01.2026)
| Position | Betrag / Regel | Nr. |
|---|---|---|
| Stellplatz je Fahrzeug und Nacht | 13,50 € | (1) |
| Kurtaxe je Person und Tag | 3,40 € | (2) |
| Ver- und Entsorgung | im Preis | (3) |
| Strom | nach Verbrauch, je kWh | (4) |
| Anmeldung am Automaten | verpflichtend | (5) |
| Nachtruhe | nach Platzordnung | (6) |
(1) Das ist die Zeile, die in Verzeichnissen und Apps als “Preis” auftaucht. Sie gilt pro Fahrzeug, nicht pro Person.
(2) Eine Abgabe, keine Gebühr des Platzes. Sie folgt aus der Satzung der Gemeinde und wird pro Person und Nacht fällig. Bei zwei Personen sind das hier 6,80 € zusätzlich, bei vier Personen 13,60 € - mehr als die Standgebühr selbst.
(3) Hier eingeschlossen, an vielen anderen Plätzen eine eigene Münzposition. Prüfen, nicht annehmen.
(4) Getaktet oder verbraucht abgerechnet. Der einzige Stromwert, den ich belegt habe, ist 1,00 € pro kWh, und das ist ein Einzelbeleg ohne Ortsangabe, keine Marktspanne.
(5) Hausrecht. Der Automat verlangt die Anmeldung, weil die Platzordnung es so vorsieht.
(6) Steht auf dem Aushang, nicht auf dem Automaten. Lesen Sie den Aushang, bevor Sie die Markise ausfahren.
Nicht enthalten, in aller Regel: Dusche, Waschmaschine, Hundegebühr, WLAN, zusätzliche Personen über die Kalkulation hinaus, und alles, was in der Satzung als Abgabe steht.
Kurtaxe und andere Abgaben pro Person
Kurtaxe ist keine Leistung des Platzes. Sie folgt aus der Satzung der Gemeinde, wird pro Person und pro Nacht erhoben und ist nicht Teil der Standgebühr - der Platzbetreiber zieht sie für die Kommune ein.
Zwei belegte Beispiele: In Bad Steben stehen 3,40 € pro Person und Tag neben der Standgebühr von 13,50 €, gültig ab 01.01.2026. Aus den vorliegenden Satzungsangaben ergibt sich eine Beispielspanne von 3,10 bis 3,40 € pro Person und Nacht. Der Platz Camper Karli in Bad Karlshafen rechnet die Abgabe über das digitale System der Stadt ab und verlangt bei der Anreise einen Nachweis.
Was das für die Reisekasse bedeutet, sieht man am schnellsten an der Personenzahl. Ein Paar zahlt bei 3,40 € zwei Mal, eine Familie mit zwei Kindern unter Umständen vier Mal, sofern die Satzung keine Altersfreistellung vorsieht. Ob Kinder frei sind und ab welchem Alter, regelt jede Gemeinde selbst; das steht in der jeweiligen Satzung und nicht auf dem Automaten.
Ich habe früher gedacht, Kurtaxe sei eine Kurort-Sache. Sie ist eine Satzungssache, und Satzungen gibt es auch dort, wo keine Therme steht.
Jede Zahl in diesem Abschnitt ist ein Beispiel, kein Tarif. Sätze werden örtlich festgesetzt und örtlich geändert, oft zum Jahreswechsel.
Anmeldung an der Schranke: was gefragt wird und warum
Der Gesetzestext, um den es geht, ist § 29 Bundesmeldegesetz, die besondere Meldepflicht in Beherbergungsstätten. Er nimmt ausdrücklich Personen aus, die in Zelten, Wohnmobilen, Wohnwagen oder Wasserfahrzeugen auf gewerblich bereitgestellten Plätzen übernachten. Daneben enthält er Drei- und Sechsmonatsschwellen sowie Pflichten zum Meldeschein und zur Identitätsfeststellung bei ausländischen Gästen.
Ob diese Meldepflicht Wohnmobilstellplätze überhaupt erreicht, ist in meinen Unterlagen nicht geklärt. Ich nenne die Vorschrift und die offene Frage und behaupte keine der beiden Antworten. Wer eine verbindliche Auskunft braucht, fragt bei der zuständigen Meldebehörde nach.
Die praktische Schicht ist davon unabhängig. Viele Plätze sind unbesetzt: Ein Automat, ein Aushang, eine Schranke. Der Platz an der Therme Bad Steben schreibt die Anmeldung am Zahlautomaten verbindlich vor, und zwar als Hausrecht.
Wer die Anmeldung überspringt, verstößt gegen die Platzordnung, nicht gegen das Meldegesetz - und die Platzordnung ist die Grundlage dafür, dass Sie dort überhaupt stehen dürfen.
Ein Punkt, der regelmäßig missverstanden wird: Dauerhaftes Wohnen auf einem Campingplatz ist bauplanungsrechtlich unzulässig, so der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), der als Branchenverband ein eigenes Interesse an dieser Abgrenzung hat.
Eine melderechtliche Anmeldung ändert daran nichts. Der Platz in Bad Karlshafen schreibt entsprechend in seine Bedingungen, dass auf dem Platz kein Wohnsitz begründet wird.
An der Schranke: was gefragt wird, was bereitliegen sollte
Gefragt wird üblicherweise nach:
- Kennzeichen des Fahrzeugs
- Anzahl der Personen, oft getrennt nach Erwachsenen und Kindern, wegen der Kurtaxe
- Anzahl der Nächte
- Stromwunsch, teils mit Wahl zwischen Pauschale und Verbrauch
- bei ausländischen Gästen: Identitätsnachweis nach den Vorgaben des § 29 BMG
Was ich griffbereit habe, bevor ich an die Schranke fahre:
- Fahrzeugschein oder das Kennzeichen im Kopf, dazu die zulässige Gesamtmasse, weil manche Plätze nach Länge oder Masse staffeln
- Ausweise aller Reisenden
- eine Karte, die an Automaten funktioniert, plus Münzgeld - ich bin schon vor einem Automaten gestanden, der nur Münzen nahm
- den Nachweis für ein digitales Kurtaxe-System, wo eines im Einsatz ist (Beispiel Bad Karlshafen)
- Adapter für die Stromsäule
Was eine Platzordnung rechtmäßig verlangen kann: die Anmeldung selbst, Vorkasse am Automaten, das Einhalten der Nachtruhe, Beschränkungen für Aufbauten und Hunde, die Nutzung markierter Flächen und die Abrechnung von Strom nach Verbrauch.
Sie kann Ihnen kein Recht nehmen, das Ihnen das Gesetz gibt - aber sie kann Ihnen den Platz verwehren, wenn Sie sie nicht einhalten.
Plätze finden: Verzeichnisse, Führer und Apps
Ein Pin ist keine Erlaubnis. Das ist die eine Zeile, die ich Ihnen mitgeben würde, wenn ich nur eine hätte.
Warnsignale in Verzeichnissen
- Ein nutzergenerierter Eintrag beweist nichts. Crowdgestützte Verzeichnisse führen Orte, an denen das Stehen rechtlich nicht erlaubt ist.
- Nach einem Nutzerbericht auf hin-fahren.de führen Korrekturmeldungen nicht zu Änderungen. Das ist ein Nutzerbericht, keine geprüfte Feststellung, und ich gebe ihn als solchen weiter.
- Abdeckungszahlen sind Eigenangaben der Anbieter und nicht auditiert. Bei einem Anbieter, park4night, stehen laut Store-Eintrag und eigener Website zwei verschiedene Zahlen. Deshalb steht hier keine.
- Ein Eintrag ohne Datum sagt nichts über den Winter. Ein erheblicher Teil kommunaler Plätze schließt zwischen November und März oder stellt das Wasser wegen Frostgefahr ab.
- Fotos sind alt. Der Automat auf dem Bild kann seit zwei Saisons ausgetauscht sein.
Wie viele Stellplätze und Campingplätze es in Deutschland gibt, schreibe ich hier nicht, weil ich keine belastbare nationale Zählung habe. Für Schleswig-Holstein nennt der NDR für 2026 rund 270 Campingplätze; das ist eine Landeszahl und keine Grundlage für eine Hochrechnung.
Zu den Werkzeugen selbst, ohne Rangfolge und ohne Empfehlung:
| Werkzeug | Was es leistet | Was es nicht leistet | Kosten |
|---|---|---|---|
| Crowdgestützte Verzeichnis-Apps | dichte Abdeckung inklusive informeller Orte, Fotos, Nutzerkommentare | keine Rechtsprüfung, keine geprüfte Abdeckungszahl, Einträge veralten | Grundnutzung meist unentgeltlich, Zusatzfunktionen im Abonnement; belastbar datierte Preise liegen mir nicht vor |
| Verzeichnisse von Verbänden und Portalen | strukturierte Angaben zu Ausstattung und Entsorgung; PiNCAMP (ADAC) stellt Campingplatz und Reisemobilstellplatz in der Ausstattung gegenüber | ersetzt nicht den Anruf zur Saisonöffnung | Nutzung der Übersichten in der Regel unentgeltlich |
| Gedruckte Stellplatzführer | funktionieren ohne Netz, gute Übersicht über eine Region | Jahresstand, Preise oft überholt | Preise nur mit Datum sinnvoll; für die aktuelle Ausgabe liegt mir kein datierter Preis vor |
| Betreiber- und Gemeindeseiten | die einzige Quelle für Preis, Kurtaxe und Öffnung, die der Betreiber selbst verantwortet | keine Suche über die Region | unentgeltlich |
Meine eigene Reihenfolge, seit dem dritten Fehlgriff: App zum Finden, Betreiberseite oder Gemeindeseite zum Bestätigen, Telefon bei allem zwischen November und März.
Eine Nacht durchgerechnet
Zwei Rechnungen, Zeile für Zeile, jede mit Ort, Datum und Quelle. Wo eine Zahl ein einzelner Datenpunkt ist, steht das in der Zeile.
Paar auf einem kommunalen Stellplatz, Bad Steben, Tarif gültig ab 01.01.2026
| Zeile | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Standgebühr, 1 Fahrzeug, 1 Nacht | 13,50 € | Therme Bad Steben, Preisseite, ab 01.01.2026 |
| Kurtaxe, 2 Personen × 3,40 € | 6,80 € | Therme Bad Steben, ab 01.01.2026; Grundlage ist die kommunale Satzung |
| Ver- und Entsorgung | 0,00 € | laut Betreiber im Preis enthalten, 44 Plätze |
| Strom, angenommen 4 kWh | 4,00 € | gerechnet mit 1,00 €/kWh. Einzelbeleg aus der Recherche ohne Ortsangabe, keine Marktspanne |
| Summe | 24,30 € | 13,50 € Gebühr, 6,80 € Abgabe, 4,00 € Verbrauch |
Der Preis, den die App zeigt: 13,50 €. Die Differenz von rund 80 % steckt in Abgabe und Verbrauch.
Nicht enthalten: Dusche, Waschmaschine, Hundegebühr, WLAN, Sanitärnutzung, sofern der Platz überhaupt eine hat.
Familie auf einem Campingplatz an der Küste, August 2026
| Zeile | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Warenkorb-Nacht, Schleswig-Holstein | rund 39 € | ADAC/PiNCAMP-Warenkorb 2026, berichtet vom NDR; rund +3 % gegenüber Vorjahr. Bundesweit nennt derselbe Warenkorb rund 41 € (rund +7 %) |
| Kurtaxe, Beispielsatz, pro Person und Nacht | 3,10 bis 3,40 € | Beispielwerte aus vorliegenden Satzungsangaben, 2026. Ob und ab welchem Alter Kinder frei sind, regelt die jeweilige Satzung |
| Strom | im Warenkorb je nach Definition enthalten oder nicht | Der Warenkorb ist eine Vergleichsgröße, keine Rechnung eines konkreten Platzes |
| Größenordnung | rund 39 € plus Abgaben pro Person | Bewusst als Größenordnung, nicht als Rechnung eines benannten Platzes |
Für einzelne Plätze an Elbe, Nordsee, Ostsee und auf Sylt sind für 2026 nach dpa (07.07.2026) Preise ausgewiesen, einige deutlich über dem Stand von 2024; in Hamburg werden bis 35 € pro Nacht genannt.
Zum Trend über die Jahre: Destatis weist für Wohnmobilstellplätze zwischen 2020 und 2025 ein Plus von 32,2 % aus (Pressemitteilung Nr. N020, 30.03.2026).
Nicht enthalten: Kurtaxe, Hund, Waschmaschine, Duschmünzen, wo einzeln abgerechnet, Ver- und Entsorgung an separaten Stationen, Aufpreise für Stellplätze in erster Reihe.
Drei Situationen, drei Entscheidungen
Karte 1: Späte Ankunft, Autobahnrastanlage, 21:30 Uhr Erlaubt? Umstritten. Der NDR hält das Übernachten grundsätzlich für zulässig, soweit die Beschilderung nichts anderes sagt, mit Ausnahme reiner Pkw-Buchten; eine Fachhandelsquelle widerspricht.
Ich entscheide das hier nicht. Kosten? Zu Gebühren für Wohnmobile an Autobahnanlagen liegt mir keine Quelle vor. Vor der Anfahrt prüfen: Ab etwa 20:00 Uhr sind die Flächen von Lastwagen belegt, weil die Lenkzeiten enden. Lkw-Buchten ab 7,5 t sind für Lastwagen reserviert. Rechnen Sie mit Lärm die ganze Nacht und stellen Sie nichts nach draußen.
Karte 2: Familie, Campingplatz an der Küste, August Erlaubt? Ja, das Campieren ist hier das Produkt: Parzelle, Vorzelt, Stühle, Sanitärgebäude. Kosten? Als Größenordnung rund 39 € pro Nacht nach dem ADAC/PiNCAMP-Warenkorb 2026 für Schleswig-Holstein, bundesweit rund 41 €, dazu Kurtaxe pro Person nach kommunaler Satzung. Vor der Anfahrt prüfen: Juli und August sind Hochsaison, ebenso die Ferienwochenenden im Frühjahr. Ohne Reservierung ist die Anfahrt eine Wette. Klären Sie Kinderregelung bei der Kurtaxe, Hundegebühr und Duschabrechnung vorab.
Karte 3: Paar, kommunaler Stellplatz, November Erlaubt? Ja, wenn er offen ist. Das ist die Bedingung, die zählt. Kosten? Standgebühr wie ausgeschildert, plus Kurtaxe, wo eine Satzung sie vorsieht. Beispiel: 13,50 € plus 3,40 € pro Person in Bad Steben ab 01.01.2026. Vor der Anfahrt prüfen: Ein erheblicher Teil kommunaler Plätze stellt zwischen November und März das Wasser ab oder schließt ganz, wegen Frostgefahr. Ich stand einmal Ende November vor einer geschlossenen Schranke, mit einem Eintrag im Telefon, der den Platz als ganzjährig geöffnet führte. Der Aushang am Tor sagte etwas anderes, und das Wasser war ohnehin abgestellt.
Seither rufe ich im Winter an, auch wenn die App etwas anderes behauptet.
Vor der Anfahrt prüfen
- Öffnungs- und Schrankenzeiten - kommen Sie überhaupt noch rein, und kommen Sie morgens raus?
- Saisonöffnung, insbesondere November bis März
- Ver- und Entsorgung vorhanden und in Betrieb - im Winter zwei verschiedene Fragen
- Zahlungsart: Karte, Münzen, App, Vorkasse
- Kurtaxe: fällig, Satz pro Person, Regelung für Kinder, digitaler Nachweis nötig?
- Hunde erlaubt, und zu welchem Aufpreis
- Stromanschluss vorhanden, Abrechnung nach kWh oder pauschal, Adapter passend
- Nachtruhe nach Aushang - 22:00 bis 06:00 Uhr ist Konvention, ein Platz kann 22:00 bis 07:00 Uhr ansetzen
- Länge, Höhe und zulässige Gesamtmasse Ihres Fahrzeugs gegen die Platzangaben
Wer das plant, zahlt nicht nur weniger. Er zahlt vor allem einen Preis, den er vorher kannte - und das ist der eigentliche Grund, warum ich für die Nacht bezahle. Nicht wegen der Duschen.
Wegen der Berechenbarkeit und weil ich um Mitternacht niemanden an der Scheibe haben will.
Häufige Fragen
Was kostet ein Stellplatz pro Nacht? Belegte Werte reichen von 13,50 € an einem bayerischen Kurort-Stellplatz (gültig ab 01.01.2026) bis 35 € in Hamburg (dpa, 07.07.2026); der ADAC/PiNCAMP-Warenkorb für Campingplätze liegt 2026 bei rund 41 € bundesweit.
Einen bundesweiten Durchschnitt nenne ich nicht, weil in den Quellen vier unvereinbare “typische” Preise zirkulieren, darunter ein CIVD-gestützter Schätzwert von 14 €. Nicht enthalten sind in der Regel Strom, Dusche, Waschmaschine, Hund und die Kurtaxe pro Person.
Was ist der Unterschied zwischen Stellplatz und Campingplatz? Zuerst eine Rechtskategorie, dann eine Ausstattungsfrage: In Baden-Württemberg gilt eine Anlage für mehr als fünf Campingfahrzeuge oder Zelte als Campingplatz, eine reine Wohnmobilanlage ab sechs Stellplätzen, während bis zu zehn Wohnmobile auf öffentlich zugänglichem Parkplatz ohne ergänzende Infrastruktur ausdrücklich kein Campingplatz sind.
Andere Länder regeln abweichend; Bayern etwa ordnet Campingplätze als bauliche Anlagen mit Baugenehmigungspflicht ein. Praktisch hat der Campingplatz Sanitärgebäude und Parzellen, der Stellplatz Ver- und Entsorgung und häufig keine Duschen.
Darf man mit dem Wohnmobil auf einer Raststätte übernachten? Das ist strittig, und ich entscheide es hier nicht.
Der NDR schreibt, es sei grundsätzlich erlaubt, soweit die Beschilderung nichts anderes vorgibt, reine Pkw-Buchten ausgenommen und Lkw-Buchten ab 7,5 t für Lastwagen reserviert; eine Fachhandelsquelle behauptet das Gegenteil.
Praktisch entscheidet ohnehin der Platz: Ab etwa 20:00 Uhr füllen sich die Flächen wegen der Lenk- und Ruhezeiten mit Lastwagen.
Muss ich mich auf dem Stellplatz anmelden? § 29 Bundesmeldegesetz nimmt Personen aus, die in Zelten, Wohnmobilen, Wohnwagen oder Wasserfahrzeugen auf gewerblich bereitgestellten Plätzen übernachten - ob diese Meldepflicht Wohnmobilstellplätze überhaupt erreicht, ist nach meinen Unterlagen ungeklärt, und ich behaupte keine der beiden Antworten.
Unabhängig davon verlangen viele Plätze die Anmeldung als Hausrecht: Der Stellplatz an der Therme Bad Steben schreibt sie am Zahlautomaten verbindlich vor. Diese Pflicht kommt aus der Platzordnung, nicht aus dem Meldegesetz.
Wann muss ich Kurtaxe zahlen? Kurtaxe wird pro Person und pro Nacht fällig, sobald die Satzung der Gemeinde sie vorsieht, und sie ist nicht Teil der Standgebühr. In Bad Steben stehen 3,40 € pro Person und Tag neben 13,50 € Standgebühr (ab 01.01.2026); aus den vorliegenden Satzungsangaben ergibt sich eine Beispielspanne von 3,10 bis 3,40 €.
Der Platz zieht die Abgabe für die Kommune ein, teils über ein digitales System der Stadt mit Nachweis bei der Anreise, wie in Bad Karlshafen.
Welche Stellplatz-App lohnt sich? Eine Empfehlung gebe ich nicht, und Abdeckungszahlen taugen dafür auch nicht: Sie sind Eigenangaben der Anbieter, nicht auditiert, und bei park4night stehen laut Store-Eintrag und eigener Website zwei verschiedene Zahlen.
Wichtiger ist, was eine App nicht kann: Ein nutzergenerierter Eintrag ist keine Erlaubnis, crowdgestützte Verzeichnisse führen Orte, an denen das Stehen rechtlich nicht erlaubt ist, und nach einem Nutzerbericht auf hin-fahren.de führen Korrekturmeldungen nicht zu Änderungen.
Nutzen Sie die App zum Finden und die Betreiber- oder Gemeindeseite zum Bestätigen.
Rechnen Sie die Nacht vorher durch
Schätzen Sie den echten Gesamtpreis für heute Abend: Standgebühr plus Abgaben pro Person plus Strom, Dusche und Entsorgung, jede Zeile mit ihrem Ort und ihrem Datum. Und prüfen Sie danach, was die Platzart tatsächlich erlaubt, bevor Sie draußen etwas aufstellen - das ist die Reihenfolge, die Ärger spart.
Was Sie als Nächstes lesen sollten, hängt davon ab, wo Sie stehen wollen: Was auf öffentlichen Flächen erlaubt ist und was nicht, Was die Nacht außerhalb offizieller Plätze riskiert, oder Stellplatzkosten im Budget einer Mietreise.
Alles Weitere zum Thema steht unter Zurück zur Übersicht Stellplatz und Übernachten.
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Quellen
- Campingplatzverordnung Baden-Württemberg, erläutert vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen BW - Stand 2026, gilt nur für Baden-Württemberg, Revisionsdatum nicht erfasst
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zu BayBO Art. 2 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 und zur Bekanntmachung 2021 (Campingplätze als bauliche Anlagen, Stellplätze auf Höfen im Außenbereich)
- Bundesmeldegesetz § 29 (Besondere Meldepflicht in Beherbergungsstätten), Volltext, abgerufen 2026
- BVCD, Campingthema Dauercamping (Branchenverband, eigenes Interesse an der Abgrenzung)
- promobil zu Privatgrundstück, §§ 34/35 BauGB, § 2 BauO NRW und Hamburger WoWagG (bis 500 €) - einfach belegt
- NDR, Ratgeber zum Übernachten an Rastanlagen (Position A), bestritten von wolters-reisemobile.de
- PiNCAMP (ADAC), Vergleich Campingplatz und Reisemobilstellplatz, Ausstattung und Entsorgungsstationen
- dpa via DIE ZEIT, 07.07.2026: Stellplatzpreise 2026 an Elbe, Nordsee, Ostsee und auf Sylt, Hamburg bis 35 €
- NDR, 2026: Campingpreise Schleswig-Holstein, Warenkorb rund 39 €, bundesweit rund 41 €, rund 270 Campingplätze in SH
- Therme Bad Steben, Stellplatz-Preisseite: 13,50 € plus 3,40 € Kurtaxe, 44 Plätze, Anmeldung am Automaten, gültig ab 01.01.2026
- Camper Karli / Bad Karlshafen, AGB und Platzordnung: Kurtaxe über digitales System der Stadt, Nachtruhe 22:00-07:00 Uhr, kein Wohnsitz auf dem Platz
- Destatis, Pressemitteilung Nr. N020 vom 30.03.2026: +32,2 % Preisentwicklung Wohnmobilstellplätze 2020 bis 2025
- park4night App-Store-Eintrag und hin-fahren.de: Abdeckungszahlen als Eigenangabe, Nutzerbericht zu Korrekturmeldungen
- CARAVAN.fm, gestützt auf Schätzungen des CIVD: durchschnittliches Übernachtungsentgelt 14 €, 75 vermietete Nächte pro Stellplatz und Jahr, ohne Bezugsdatum
- Kraftfahrt-Bundesamt-Daten über dpa zum Wohnmobilbestand - die vorliegenden Meldungen nennen unterschiedliche Werte, Stichtagszahl beim KBA selbst abzurufen
Was noch nicht geklärt ist
- Ob das Übernachten an Autobahnrastanlagen erlaubt ist: strittig, beide Positionen stehen oben, diese Seite entscheidet nicht.
- Ob die Gästemeldepflicht des § 29 BMG Wohnmobilstellplätze erreicht: ungeklärt.
- Die Campingplatz-Schwelle ist die Regel eines Landes; andere Länder weichen ab.
- Eine bundesweite Zählung von Stellplätzen oder Campingplätzen liegt nicht vor.
- Vier unvereinbare “typische” Stellplatzpreise zirkulieren; sie stehen hier als Spanne mit Quelle, nicht als Durchschnitt.
- Abdeckungszahlen von Verzeichnissen sind Eigenangaben; ein Anbieter veröffentlicht zwei verschiedene Zahlen.
- Wer Autobahnrastanlagen betreibt und was dort für Wohnmobile berechnet wird, nennt keine der vorliegenden Quellen.
- Aktuelle Konditionen eines namentlichen Gastgebernetzwerks waren nicht zu beschaffen.
Rechtlicher und preislicher Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung und keine Preisauskunft des Betreibers. Bau-, Melde- und Kommunalabgabenrecht sind Ländersache beziehungsweise Satzungsrecht der Gemeinden; alle genannten Preise gelten für den genannten Ort zum genannten Datum und können sich jederzeit ändern. Maßgeblich sind die ausgehängte Platzordnung, die örtliche Satzung und die Auskunft der zuständigen Behörde.